Aufforstungsprojekt

Das Projekt der Stiftung KMU Clima umfasst die Aufforstung von stiftungseigenen brachliegenden Flächen und weiteren von uns bewirtschafteten Ländereien mit einem Schwergewicht auf einheimische Baumsorten und Fokus auf die Biodiversität.. Das Projektziel ist es, die CO₂-Aufnahme der Flächen durch die Aufforstung zu erhöhen, das brachliegende Land auf nachhaltige Weise zu regenerieren, die Naturwälder der Region zu bewahren und den sozio-ökonomischen Status der lokalen Bevölkerung zu verbessern, indem die lokale Bevölkerung aktiv an der Gestaltung der Projekte mitarbeitet. Das Projekt wird von anerkannten Stellen bewertet und validiert. Zudem besteht eine enge Kooperation mit den lokalen Behörden.

​Auf einer Fläche, die der Stiftung KMU Clima gehört und die ca. 120 ha umfasst, werden mit Bäumen bepflanzt.  Ein Hektar bepflanzte Fläche kann während 10 Jahren ca. 160 Tonnen CO₂ speichern und somit kompensieren. 

 

Da die Bäume nicht gefällt werden, wird das CO₂ langfristig gespeichert und der Wald trägt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Klimas bei. Die Bäume werden während ihrer Wachstumsphase zugeschnitten, um ein gleichmässiges Wachstum zu gewährleisten.

 

Der anfallende Grünabfall wird kompostiert oder in einem Biomasse-Kraftwerk oder als Holzschnitzel verheizt. So bleibt das enthaltene CO₂ im Boden gebunden oder das Material wird zur Energiegewinnung eingesetzt, was eine neutrale CO₂-Bilanz zur Folge hat. Zudem dient der Wald als Lebensraum für einheimische Tiere und Pflanzen. Die Bodenqualität wird langfristig verbessert und Bodenerosion kann durch die Wurzeln der Bäume verhindert werden.

 

Die Aufforstung und die Pflege des Waldes werden durch Angestellte vor Ort ausgeführt. Damit werden Arbeitsplätze in der Region geschaffen und die lokale Bevölkerung wird an der Durchführung des Projektes beteiligt, wodurch ein Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft und für den Umweltschutz entsteht.

Die Gesamtfläche wurde nach ihrer Bodenqualität in verschiedene Zonen aufgeteilt. Je nach Bodenqualität werden unterschiedliche Baumarten gepflanzt. Die Baumsetzlinge werden speziell für dieses Projekt vor Ort produziert und in einer Baumschule gross gezogen, bis sie bereit zum Aussetzen sind. Die Bepflanzung erfolgt in verschiedenen Etappen zwischen 2016 und 2018. Die erste Etappe begann 2016 mit der Vorbereitung des Landes. Auf die vorbereiteten Flächen wurden die Baumsetzlinge ausgesetzt. Die Bäume müssen je nach Art zu unterschiedlichen Jahreszeiten gepflanzt werden, weshalb die Bepflanzung der gesamten vorgesehenen Flächen bis 2018 dauern wird. Zudem werden auch spezielle einheimische Baumsorten gepflanzt, für die es bisher noch keine Erfahrungswerte gibt und deren Entwicklung mit Spannung verfolgt wird.

Wenn Sie mehr über unser Projekt erfahren möchten, können Sie uns gerne kontaktieren.

 

Biodiversität

Die Stiftung KMU Clima setzt sich für eine breite Biodiversität ein. Die Auswahl der Baumarten erfolgt nach ökologischen Kriterien. Besonderen Wert wird auf die Bewirtschaftung mit einheimischen Bäumen gelegt.  Dabei werden  solche gewählt, deren Bestände in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgingen. Zudem kommen jedoch auch bewusst schnellwachsende Baumarten zum Einsatz, welche schon von Beginn an besonders effizient in der CO₂-Bindung sind. Daneben werden auch Baumarten gepflanzt, die Blüten und Früchte als Nahrung für Tiere bieten und dadurch einen natürlichen Lebensraum darstellen. Die Baumsetzlinge werden speziell für dieses Projekt vor Ort produziert und in der Baumschule "Vivero del Chajá" gross gezogen, bis sie bereit zum Aussetzen sind.

Guayabo colorado (Myrcianthes cisplatensis)

Diese Bäume erreichen eine Höhe von maximal 13 Meter.  Im deutschen Sprachgebrauch sind sie auch als "Echte Guave" bekannt. Guavenbäume besitzen eine graue Borke, welche in Streifen abblättert sowie weisse Blüten. Nach der Blüte werden kleine, runde Früchte gebildet, welche eine grüne bis gelbliche Färbung aufweisen. Der Geschmack der Frucht ähnelt Birnen oder Erdbeeren. Die Guave wird beispielsweise zur Zubereitung von Marmelade, Gelee und Desserts verwendet. Zudem wird der Fruchtsaft in Rezepturen von Multi-vitaminsäften und die Schale der Beere als Zugabe zu Salaten und Puddings verwendet.

Timbó (Enterolobium contortisiliquum)

Diese Bäume sind auch als "Pacara Earpod Tree" bekannt. Dies aus dem Grund, weil die Früchte des Baumes in ihrer Form an ein menschliches Ohr erinnern. Diese Bäume werden zwischen 9 und 12 Meter hoch. Im April trägt der Timbó Baum weisse, trichterförmige Blüten, die in Köpfen angeordnet sind. Sie stammen aus den tropischen und subtropischen  Regionen Südamerikas.

Angico (Parapiptadenia rigida)

Der Angico Baum ist anhand seines langen geraden Stammes sowie seinen grün-gelben Blüten erkennbar. Diese Bäume werden 18 - 30 Meter hoch. Ursprünglich stammt der Baum aus Argentinien, Brazilien, Paraguay und Uruguay. Aufgrund seiner antiseptischen Wirkung werden Extraktes des Baumes häufig als natürliches Heilmittel verwendet.  Der Gummi der Bäume kann als Stabilisator in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen.

Tarumán (Ciltharexylum montevidense)

Diese Bäume erreichen eine Höhe von 5 bis maximal 10 Meter. Da sich besonders die jungen Pflanzen durch ein schnelles Wachstum auszeichnen, eigenen sie sich hervorragend als Pionierpflanzen zur Aufforstung. Diese Bäume sind in Südamerika, Argentinien, Uruguay und Paraguay beheimatet. Der Tarumán Baum trägt kleine, runde, rote Früchte, welche den einheimischen Tieren als Nahrung dient. Aufgrund der eher bescheidenen Grösse wird das Holz nur als Brennmaterial verwendet.  

Molle ceniciento (Schinus lentiscifolius)

Er hat elegante, herabhängende Zweige und dekorative rosa Früchte. Die leicht nach Pfeffer schmeckenden Früchte sind als „Rosa Pfeffer“ im Handel. In Südamerika wird aus den Früchten ein leicht alkoholisches Getränk (Chicha) zubereitet, Blätter und Harz werden zu medizinischen Zwecken genutzt.  Im deutschen Sprachgebrauch ist er auch als "Peruanischer Pfefferbaum" bekannt. 

Tipa (Tipuana tipu)

Der schnellwachsende Tipa Baum ist besonders für seine gelb-goldigen Blüten bekannt. Diese sind auch der Grund, warum diese Bäume häufig als bunte Zierpflanzen eingesetzt werden. Der Name hat seinen Ursprung in Bolivien. Im Tipuana Tal wächst eine große Population dieser Bäume. Im deutschen Sprachgebrauch sind diese Bäume als "Gelbe Jacaranda" bekannt. Tipa Bäume sind berüchtigt für ihre aggressiven Wurzelsysteme  - diese können leicht Asphalt und Beton aufbrechen. Deshalb sollte beim Pflanzen in der Nähe von Gebäuden und Strassen besondere Vorsicht geboten werden.

Francisco álvarez (Luehea divaricata)

Dieser Baum ist unter verschiedensten lokalen Namen bekannt - einer davon ist "Francisco álvarez". Traditionellerweise finden Extrakte des Baumes in der Naturheilmedizin beispiels-weise zur Behandlung von Arthritis oder Entzündungen Anwendung. Diese Bäume sind in Uruguay, Paraguay, Brasilien und Argentinien zu finden.

Eukalyptus (Eucalyptus grandis / smithii)

Da Eukalypten sehr schnellwachsend sind und somit in Bezug auf die CO₂-Bindung als besonders effizient gelten, werden sie rund um den Globus besonders häufig für Aufforstungsprojekte zwecks CO₂-Kompensation eingesetzt. Der Anbau kann jedoch zu Problemen führen, weil Eukalyptus dazu neigt den Boden bis in die Tiefe auszutrocknen, zudem unter Umständen den heimischen Tieren nur wenig Lebensraum bietet, andere Pflanzenarten verdrängen kann und eine Verstärkung der Waldbrandgefahr verursachen kann. Aus diesem Grunde wird im Aufforstungsprojekt der Stiftung KMU Clima auf eine breite Biodiversität gesetzt. 

Eukalyptusbäume stammen ursprünglich aus Australien, Tasmanien und Indonesien. Heute sind sie jedoch auch in vielen anderen subtropischen Gebieten anzutreffen. Eukalypten dienen sowohl zur Gewinnung stark riechender ätherischer Öle als auch zur Holzgewinnung. Sie sind die Futterpflanzen des Koalas und einiger anderer Beuteltiere, für die meisten anderen Tier- und Pflanzenarten sind sie dagegen giftig.

 

Dokumente

CO2 Aufforstunsprojekt
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